WordPress, Wix oder TYPO3? Warum wir Websites ganz ohne CMS bauen

Ein Kunde kam kürzlich zu mir und war stolz: 35 Plugins habe er in seiner WordPress-Seite verbaut und wirklich alles getan, um sie schnell zu machen. Ich musste schmunzeln – denn genau das war das Problem. Warum das kein Einzelfall ist und warum heute niemand in unserem Team mehr eine Website auf einem klassischen CMS bauen würde, erkläre ich hier.

Vorweg, damit das klar ist: Ich habe nichts gegen WordPress. Im Gegenteil – im webentwickler.io-Team stecken zusammengerechnet über 18 Jahre WordPress-Erfahrung. Wir haben Firmenseiten, Landingpages und ganze Webauftritte damit gebaut, und fast immer wollten die Kunden dasselbe: ein System, in dem sie ihre Inhalte selbst bearbeiten können. Dieser Wunsch ist absolut berechtigt. Nur die Antwort darauf hat sich in den letzten Jahren komplett verändert.

Kurz gesagt:

  • WordPress, Wix und TYPO3 sind mächtige Systeme – aber jedes erkauft seine Flexibilität mit Geschwindigkeit, Wartung oder Komplexität.
  • 35 Plugins machen eine Seite nicht schnell, sondern langsam und angreifbar. Schon der Grundbetrieb von WordPress braucht rund ein Dutzend.
  • Der Wunsch nach einem selbst editierbaren System ist berechtigt – und geht heute auch anders: schlank, blitzschnell, mit wenigen Abhängigkeiten.
  • Keiner von uns würde heute noch eine neue Website auf einem klassischen CMS aufbauen.

Die drei Platzhirsche: Wix, WordPress und TYPO3

Wer heute über eine Website nachdenkt, landet fast zwangsläufig bei einem dieser drei Namen. Jeder hat seine Berechtigung – und jeder hat eine Kehrseite, die im Verkaufsgespräch selten laut ausgesprochen wird.

SystemWas es istStärkeKehrseite
WordPressSelbst gehostetes CMS, rund 40 % aller Websites weltweitriesiges Ökosystem, sehr flexibelohne viele Plugins kaum nutzbar, wartungs- und sicherheitsintensiv, schnell träge
Wixgehosteter Website-Baukastenschneller Start, alles aus einer Handeingeschränkt, Umzug schwierig, Performance und SEO oft begrenzt
TYPO3Enterprise-CMS mit starken Wurzeln im deutschsprachigen Raummächtig für große, mehrsprachige Projektekomplex, teuer im Betrieb, für die meisten überdimensioniert

WordPress ist dabei nach wie vor der Riese – powert je nach Zählweise rund 40 % des gesamten Webs, zuletzt allerdings mit erstmals leicht rückläufigem Trend. Wix wächst schnell, vor allem bei kleinen Seiten. Und TYPO3 ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz stark, besonders bei Behörden und großen Unternehmen. Drei sehr unterschiedliche Werkzeuge – mit einer Gemeinsamkeit: Sie sind gebaut, um alles zu können, und genau das macht sie schwer.

Der Kunde mit den 35 Plugins

Zurück zu meinem Kunden. Er hatte wirklich Mühe investiert: Caching-Plugin, Bildoptimierungs-Plugin, ein Plugin gegen die Nachteile der anderen Plugins. Am Ende standen 35 Stück – und die Seite kroch trotzdem. Das ist die bittere Ironie von WordPress: Man braucht schon ein gutes Dutzend Erweiterungen, nur damit das System überhaupt vernünftig läuft. Jede weitere, die Tempo bringen soll, bringt zugleich neuen Code, neue Datenbankabfragen und eine neue potenzielle Sicherheitslücke mit.

Das Ergebnis kennen Sie vielleicht von der eigenen Seite: Es wird eine schöne neue Funktion eingebaut, alle freuen sich – und die Ladezeit rutscht ab. Warum genau das Kunden und Rankings kostet, habe ich im Beitrag Warum schnelle Websites mehr Kunden bringen ausführlich beschrieben.

Und Geschwindigkeit ist nur die halbe Miete. Weil WordPress so verbreitet ist, ist es zugleich das beliebteste Ziel für automatisierte Angriffe im Netz. Jedes veraltete Plugin, jedes vergessene Update ist eine offene Tür. Wer eine WordPress-Seite ernsthaft betreibt, unterschreibt deshalb einen stillen Dauervertrag mit sich selbst: regelmäßig aktualisieren, Backups fahren, Sicherheitslücken schließen. Lässt man das schleifen, wird aus der schönen Website über die Monate ein Sanierungsfall – oft, ohne dass man es rechtzeitig bemerkt.

Wir kennen das System – und sagen trotzdem Nein

Das Entscheidende ist: Wir reden hier nicht als Außenstehende. Wir haben jahrelang selbst auf WordPress gebaut und wissen genau, wie viel Arbeit in einer wirklich schnellen, sicheren und skalierbaren WordPress-Seite steckt. Es ist machbar – aber es kostet richtig Kapazität. Server-Tuning, ständige Updates, Sicherheits-Härtung, das ewige Aufräumen nach Plugin-Konflikten. Diese Zeit bezahlt am Ende der Kunde, Monat für Monat.

Irgendwann haben wir uns die ehrliche Frage gestellt: Warum bauen wir eigentlich weiter auf einem Fundament, das man erst mit viel Aufwand schnell machen muss – wenn es auch anders geht?

Das selbst editierbare System gibt es noch – nur anders

Genau hier liegt das Missverständnis, das ich am häufigsten ausräumen muss. Viele glauben, ohne WordPress könnten sie ihre Inhalte nicht mehr selbst pflegen. Das stimmt einfach nicht. Ein selbst editierbares System gibt es heute immer noch – nur eben anders gebaut: schlank, blitzschnell und mit deutlich weniger Abhängigkeiten. Sie behalten die Kontrolle über Ihre Texte und Bilder, ohne dass die Seite bei jedem Aufruf ein schweres System und eine Datenbank durchrechnen muss.

Wie wir das technisch genau lösen, ist unser Handwerk und bleibt unser kleines Geheimnis. Wichtig für Sie ist das Ergebnis: eine Seite, die sich pflegen lässt und von Haus aus schnell ist – nicht erst nach dem 35. Plugin.

Warum heute keiner von uns mehr auf ein CMS setzt

Wenn ich es auf den Punkt bringen soll: Die klassischen CMS-Systeme sind für die allermeisten Websites die falsche Grundlage geworden. Sie sind im Kern zu langsam, ihre Oberflächen wirken teilweise noch immer aus der Zeit gefallen, und – das ist der teuerste Punkt – es kostet enorme Kapazitäten, eine CMS-Seite zugleich schnell, skalierend und abgesichert zu bekommen. Genau diese drei Dinge sollten aber selbstverständlich sein, nicht der Lohn monatelanger Optimierung.

Deshalb würde heute niemand in unserem Team eine neue Website mit einem vorhandenen CMS aufbauen. Nicht aus Prinzipienreiterei, sondern aus Erfahrung. Wie sich der schlanke Ansatz in echten Zahlen niederschlägt, sehen Sie in unseren Vorher-Nachher-Vergleichen – und warum Geschwindigkeit gerade am Handy so entscheidend ist, lesen Sie unter Mobile First.

Häufige Fragen

Ist WordPress schlecht?

Nein, WordPress ist nicht schlecht – es powert rund 40 Prozent aller Websites weltweit und ist extrem flexibel. Das Problem ist die Bauweise: Ohne eine ganze Reihe von Plugins läuft es kaum sinnvoll, jedes Plugin bringt zusätzlichen Code und eine potenzielle Sicherheitslücke mit, und die Seite muss dauerhaft gewartet werden. Wer damit eine schnelle, sichere und skalierende Website will, braucht viel Erfahrung und Kapazität. Für die meisten Unternehmen ist der Aufwand höher als der Nutzen.

Wie viele Plugins verträgt eine WordPress-Seite?

Es gibt keine feste Zahl, aber die Faustregel lautet: so wenige wie möglich. Schon für den Grundbetrieb einer WordPress-Seite braucht man oft rund ein Dutzend Plugins. Jedes weitere lädt zusätzlichen Code, verlangsamt die Seite und vergrößert die Angriffsfläche. Wir hatten einen Kunden mit 35 Plugins, der überzeugt war, alles für die Geschwindigkeit getan zu haben – tatsächlich war die Plugin-Menge genau das Problem.

Was ist die beste WordPress-Alternative?

Das hängt vom Ziel ab. Baukästen wie Wix sind einfach, aber in Performance, SEO und Umzugsfähigkeit begrenzt; TYPO3 ist mächtig, aber für die meisten überdimensioniert und teuer im Betrieb. Unser Ansatz ist ein anderer: Wir bauen Websites ganz ohne klassisches CMS und ohne Datenbank – schlank, blitzschnell und mit sehr wenigen Abhängigkeiten. Ein selbst editierbares System bekommen unsere Kunden trotzdem, nur eben anders umgesetzt.

Kann ich meine Website ohne CMS selbst bearbeiten?

Ja. Der Wunsch, Inhalte selbst pflegen zu können, ist völlig berechtigt – und genau dafür gibt es auch ohne klassisches CMS wie WordPress moderne Lösungen. Der Unterschied: Die Seite bleibt schlank und schnell, statt bei jedem Aufruf ein schweres System und eine Datenbank abzufragen. Sie behalten die Kontrolle über Ihre Inhalte, ohne die Nachteile eines vollständigen CMS in Kauf zu nehmen.

Sie sitzen auf einer WordPress-Seite, die einfach nicht schnell werden will? Schreiben Sie mir an info@webentwickler.io – ich schaue mir ehrlich an, ob sich der Kampf noch lohnt oder ein schlanker Neuaufbau der bessere Weg ist.

WordPress-Seite zu langsam?

Kostenloser GEO- & SEO-Audit — ehrlicher Performance-Check, direkt von Nina Benfer.

Jetzt kostenlos prüfen lassen