Wer als Immobilienmakler in seiner Region gefunden werden möchte, kommt an Google Business Profile nicht vorbei. Das kostenlose Unternehmensprofil entscheidet darüber, ob Sie im sogenannten Local Pack – den drei Karteneinträgen, die Google über den organischen Suchergebnissen anzeigt – auftauchen oder unsichtbar bleiben. Gerade für Makler, deren Geschäft auf lokales Vertrauen und persönliche Empfehlung aufbaut, ist das Profil oft der erste Berührungspunkt mit potenziellen Kunden.

Das Problem: Die meisten Maklerprofile sind halb ausgefüllt, zeigen veraltete Öffnungszeiten oder verzichten auf Bewertungen. Dabei ist ein gepflegtes Profil keine Raketenwissenschaft – es braucht allerdings Systematik. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Felder wirklich zählen, wie Sie Bewertungen strategisch aufbauen und warum regelmäßige Beiträge Ihrem Ranking helfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein vollständig ausgefülltes Google Business Profil ist Pflicht für die Sichtbarkeit in der lokalen Suche und auf Google Maps.
  • Kategorie, Beschreibung und Dienstleistungen müssen exakt auf die Suchbegriffe Ihrer Zielgruppe abgestimmt sein.
  • Echte Kundenbewertungen mit Antworten sind der stärkste Vertrauensfaktor und beeinflussen das Ranking spürbar.
  • Regelmäßige Beiträge (Posts) und aktuelle Fotos signalisieren Google Aktivität und Relevanz.
  • Konsistenz der NAP-Daten (Name, Adresse, Telefon) über alle Online-Auftritte hinweg ist eine Grundvoraussetzung für lokales SEO.

Das Profil richtig einrichten und beanspruchen

Bevor Sie optimieren können, muss das Profil Ihnen gehören. Suchen Sie auf business.google.com nach Ihrem Unternehmen. Existiert bereits ein Eintrag – was bei etablierten Maklerbüros häufig vorkommt –, beantragen Sie die Inhaberschaft. Google sendet dann einen Bestätigungscode per Post, per Telefon oder über die Google Search Console.

Wählen Sie als primäre Kategorie „Immobilienmakler". Sekundäre Kategorien können Sie ergänzen, etwa „Immobilienverwaltung" oder „Hausverwaltung", wenn Sie diese Leistungen anbieten. Die Kategorie ist einer der wichtigsten Rankingfaktoren – sie sagt Google, für welche Suchanfragen Ihr Eintrag relevant ist.

NAP-Daten: Konsistenz ist kein Detail

NAP steht für Name, Address, Phone – und diese drei Angaben müssen auf allen Plattformen identisch sein: Ihre Website, das Google-Profil, ImmobilienScout24, Immowelt, Xing, LinkedIn. Schon eine abweichende Schreibweise der Straße kann das lokale Ranking schwächen, weil Google die Signale nicht eindeutig zuordnen kann. Prüfen Sie Ihre Einträge mit einem einfachen Google-Audit: Suchen Sie nach Ihrem genauen Firmennamen und gleichen Sie alle Treffer ab.

Beschreibung und Dienstleistungen strategisch formulieren

Die Unternehmensbeschreibung umfasst bis zu 750 Zeichen. Nutzen Sie den Platz konkret: Nennen Sie Ihren Tätigkeitsschwerpunkt (Wohnimmobilien, Gewerbe, Neubau, Kapitalanlagen), die Regionen, in denen Sie aktiv sind, und was Sie von anderen unterscheidet. Keyword-Stuffing schaden hier wie überall – schreiben Sie für Menschen, nicht für den Algorithmus, aber integrieren Sie natürlich relevante Begriffe wie „Immobilienmakler [Stadtname]" oder „Eigentumswohnungen [Region]".

Unter Dienstleistungen können Sie einzelne Angebote mit kurzer Beschreibung und optionalem Preis eintragen. Viele Makler lassen diesen Bereich leer. Dabei hilft er Google zu verstehen, was Sie anbieten, und gibt Besuchern sofort einen Überblick. Tragen Sie ein: Verkauf von Eigentumswohnungen, Vermietungsservice, Immobilienbewertung, Beratung Erstkäufer – was auch immer zu Ihrem Portfolio passt.

Öffnungszeiten und besondere Zeiten pflegen

Falsche Öffnungszeiten sind ein häufiger Fehler, der Kunden direkt zur Konkurrenz treibt. Tragen Sie Ihre regulären Zeiten ein und aktualisieren Sie sie bei Feiertagen, Betriebsferien oder Sonderöffnungszeiten. Google zeigt aktiv an, wenn ein Unternehmen gerade geöffnet oder geschlossen ist – eine falsche Angabe zerstört Vertrauen, bevor ein Gespräch stattgefunden hat.

Fotos: mehr Wirkung als die meisten erwarten

Profile mit Fotos werden laut Google deutlich häufiger angeklickt als solche ohne. Für Immobilienmakler empfehlen sich mehrere Bildkategorien:

  • Außenansicht des Büros, damit Kunden es finden
  • Innenansicht: Empfang, Besprechungsraum – das schafft Vertrauen
  • Teamfotos: Gesichter schaffen Nähe, besonders im regionalen Geschäft
  • Beispielobjekte: Bereits verkaufte oder vermietete Immobilien (mit Erlaubnis der Eigentümer)
  • Logo und Titelbild in hoher Auflösung

Laden Sie die Bilder regelmäßig hoch – nicht nur einmalig bei der Einrichtung. Google wertet Aktivität im Profil als Relevanzsignal. Vermeiden Sie Stockfotos; authentische Aufnahmen schneiden bei Nutzern deutlich besser ab.

Bewertungen: der stärkste Rankingfaktor

Kein Faktor beeinflusst das Local-Pack-Ranking und die Konversionsrate so stark wie echte Kundenbewertungen. Makler, die aktiv um Bewertungen bitten, haben gegenüber passiven Wettbewerbern einen strukturellen Vorteil.

Die beste Methode: Schicken Sie kurz nach dem Notartermin oder nach dem Einzug eine persönliche Nachricht – per E-Mail oder WhatsApp – mit dem direkten Link zur Bewertungsseite Ihres Profils. Den Link finden Sie in Ihrem Google Business Dashboard unter „Mehr Kunden gewinnen".

Mindestens genauso wichtig: Antworten Sie auf jede Bewertung, positive wie negative. Bei positiven Bewertungen reicht ein kurzer Dankessatz, gerne personalisiert. Bei negativen gilt: sachlich bleiben, den Sachverhalt kurz einordnen und eine Lösung anbieten. Google bewertet die Reaktionszeit und die Aktivität; potenzielle Kunden lesen Ihre Antworten und bilden sich ein Urteil über Ihre Professionalität.

Google Posts: regelmäßige Beiträge zahlen sich aus

Posts in Google Business Profile sind kurze Beiträge, die direkt im Suchergebnis erscheinen. Sie sind sieben Tage sichtbar, bevor sie archiviert werden. Für Makler bieten sich verschiedene Formate an:

  • Objektvorstellungen: Ein aktuelles Angebot mit Foto und Link zur Exposé-Seite
  • Marktberichte: Kurze Einschätzungen zur lokalen Preisentwicklung
  • Veranstaltungen: Tage der offenen Tür oder Informationsabende
  • Neuigkeiten: Auszeichnungen, neue Teammitglieder, Jubiläen

Ein Post pro Woche ist realistisch und reicht aus, um das Profil als aktiv zu signalisieren. Wer Posts konsequent bespielt, verbessert die Sichtbarkeit messbar – und hat gleichzeitig frischen Content im Suchergebnis, der zur Handlung einlädt.

Fragen und Antworten vorausschauend befüllen

Der Bereich Fragen & Antworten wird von vielen Maklern ignoriert, obwohl er direkten Einfluss auf Konversionen hat. Nutzer können Fragen stellen – und wenn Sie nicht antworten, tut es möglicherweise irgendjemand anderes. Stellen Sie selbst häufige Fragen vor und beantworten Sie diese:

  • „Bieten Sie kostenlose Immobilienbewertungen an?"
  • „In welchen Stadtteilen sind Sie tätig?"
  • „Wie lange dauert der Verkaufsprozess in der Regel?"

Das spart Interessenten Zeit und positioniert Sie sofort als kompetenten Ansprechpartner.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis ein optimiertes Google Business Profil im Local Pack erscheint?

Es gibt keine garantierte Zeitspanne. In der Regel sind erste Veränderungen im Ranking nach vier bis acht Wochen spürbar, wenn Profil, Bewertungen und regelmäßige Aktivität zusammenkommen. Sehr umkämpfte Regionen wie Metropolstädte erfordern mehr Zeit und zusätzliche Maßnahmen wie lokale Backlinks.

Wie viele Bewertungen brauche ich als Immobilienmakler?

Es gibt keine magische Zahl, aber unter zehn Bewertungen wirkt ein Profil dünn. Ziel sollte sein, mehr aktuelle Bewertungen als die nächsten zwei bis drei Wettbewerber in Ihrer Region zu haben. Wichtig: Qualität und Aktualität zählen mehr als die reine Anzahl.

Darf ich Kunden um Bewertungen bitten?

Ja, das ist ausdrücklich erlaubt. Was Google und die Plattform-Richtlinien untersagen, ist das Kaufen von Bewertungen oder das Anbieten von Gegenleistungen. Eine persönliche Bitte an zufriedene Kunden ist legitim und üblich.

Was tun, wenn jemand eine ungerechtfertigte Negativbewertung hinterlässt?

Antworten Sie sachlich und professionell – öffentliche Antworten werden von potenziellen Kunden gelesen. Wenn die Bewertung nachweislich gegen Googles Richtlinien verstößt (z. B. Spam, falsche Identität, beleidigender Inhalt), können Sie sie über das Dashboard melden. Eine Löschgarantie gibt es nicht; entscheidend ist Ihre souveräne Reaktion.

Muss das Google Business Profil auch mit meiner Website verknüpft sein?

Ja, unbedingt. Die Verknüpfung mit der Website stärkt das Vertrauen und ermöglicht es Google, Signale abzugleichen. Achten Sie darauf, dass die URL, die im Profil eingetragen ist, auf eine relevante Seite zeigt – idealerweise die Startseite oder eine dedizierte Kontaktseite – und dass die NAP-Daten dort mit dem Profil übereinstimmen.

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