Wenn ich eine langsame Website analysiere, ist der Übeltäter in acht von zehn Fällen derselbe: die Bilder. Da liegt ein Hero-Foto direkt aus der Kamera mit vier Megabyte auf der Startseite, daneben Logos als riesige PNGs, und im Blog Bilder, die für den Ausdruck taugen würden. Das Ärgerliche daran ist: Es ist das am leichtesten zu lösende Performance-Problem überhaupt. Man muss nur das richtige Format nehmen.
Kurz gesagt:
- WebP ist ein modernes Bildformat von Google, das Fotos und Grafiken deutlich kleiner speichert als JPG und PNG – bei gleicher Qualität.
- Offiziell: rund 26 % kleiner als PNG, 25–34 % kleiner als JPG. Mit richtiger Bildgröße in der Praxis oft 70–90 % kleiner.
- Kleinere Bilder = kürzere Ladezeit = bessere Rankings. Bei vielen Bildern summiert sich das zu Sekunden.
- Bei uns wird jedes Bild automatisch in WebP und die passende Größe gebracht – über das Medien-Widget, ohne dass der Kunde etwas tun muss.
Kurz erklärt: Was ist WebP?
WebP ist ein modernes Bildformat von Google, das speziell fürs Web entwickelt wurde und Fotos wie Grafiken bei gleicher Qualität deutlich kleiner speichert als JPG und PNG. Es vereint die Vorteile der alten Formate in einer Datei: die starke Foto-Kompression von JPG, die Verlustfreiheit und Transparenz von PNG, dazu sogar Animationen wie bei GIF. Entwickelt hat Google es aus einem einfachen Grund – schnellere Websites, weil Bilder der größte Bremsklotz sind.
Neu ist das Ganze dabei nicht: Google hat WebP bereits 2010 vorgestellt. Das Format ist also über 15 Jahre alt, erprobt, in jedem relevanten Browser angekommen – und kostenlos. Und ehrlich gesagt: Bis heute verstehen wir im Team nicht, warum so viele Websites immer noch auf alte, langsame Bildformate setzen. Die Technik ist längst da. Man muss sie nur nutzen.
JPG, PNG oder WebP – die Bildformate im Vergleich
Jedes Format hatte seine Ära. Der Punkt ist: WebP kann heute in fast jeder Situation das, wofür man früher zwei verschiedene Formate brauchte – nur kleiner.
| Format | Am besten für | Transparenz | Kehrseite |
|---|---|---|---|
| JPG | Fotos | nein | keine Transparenz, bei gleicher Qualität größer als WebP |
| PNG | Logos, Grafiken, Transparenz | ja | bei Fotos sehr große Dateien |
| WebP | fast alles – Fotos & Grafiken | ja | ganz alte Browser (praktisch irrelevant) |
| AVIF | Fotos, noch kleiner | ja | neuer, Browser-Support wächst noch |
AVIF ist der spannende Nachfolger und stellenweise noch effizienter – aber WebP ist heute der Sweet Spot aus maximaler Ersparnis und lückenlosem Browser-Support. Deshalb ist es unser Standard.
Wie viel bringt WebP wirklich?
Reden wir Zahlen. Nach den offiziellen Angaben von Google zu WebP gilt bei gleicher Bildqualität:
Das sind die konservativen Werte bei reinem Formatwechsel. In der Praxis kommt fast immer noch dazu, dass die Ausgangsbilder viel zu groß sind. Bringt man ein Bild zugleich auf die tatsächlich benötigte Größe und nach WebP, sind 70 bis 90 Prozent Ersparnis pro Bild der Normalfall. Zwei echte Beispiele aus unserer Arbeit: Ein Dashboard-Screenshot schrumpfte von 97 KB (PNG) auf 27 KB (WebP) – das sind 72 Prozent weniger. Eine Kunden-Bildschirmaufnahme ging von 806 KB auf 81 KB – 90 Prozent weniger, bei praktisch identischer Optik.
Und die Ladezeit? Datenmenge und Ladezeit hängen direkt zusammen. Ein Bild, das statt 900 KB nur noch 90 KB wiegt, ist auf einer durchschnittlichen mobilen Verbindung spürbar schneller da – gut eine Sekunde pro großem Bild ist realistisch. Auf einer Seite mit zehn Bildern reden wir nicht mehr über Millisekunden, sondern über den Unterschied zwischen „schnell" und „der Besucher ist längst weg". Warum genau diese Sekunden über Kunden entscheiden, habe ich unter Website-Geschwindigkeit beschrieben.
Ein häufiger Einwand: Leidet darunter nicht die Qualität? In der Praxis nein. Bei sinnvoll gewählter Kompression ist ein WebP-Bild vom Original mit bloßem Auge nicht zu unterscheiden – man spart die Datenmenge also, ohne dass der Besucher einen Unterschied sieht. Und der Effekt geht direkt in die Kennzahlen ein, die Google bewertet: Das größte sichtbare Element einer Seite ist sehr oft ein Bild. Wird dieses Bild kleiner und lädt schneller, verbessert sich der Largest Contentful Paint – einer der drei Core Web Vitals, die über das Ranking mitentscheiden. WebP ist damit nicht nur Kosmetik, sondern ein direkter Hebel auf einen offiziellen Google-Rankingfaktor.
Warum wir nur noch WebP ausliefern
Bei uns gibt es dabei keine Ausnahmen: Jedes Bild auf jeder Seite, die wir bauen, wird als WebP ausgeliefert. Kein einzelnes JPG, kein PNG geht mehr live. Das ist konsequent, aber genau diese Konsequenz ist der Punkt. Ein einziges vergessenes Vier-Megabyte-Foto macht die ganze Mühe an anderer Stelle zunichte. Und weil bei uns die Seiten ohnehin schlank gebaut sind – ganz ohne schweres CMS –, wäre es geradezu absurd, sie dann mit unkomprimierten Bildern wieder auszubremsen. Gerade am Smartphone im Mobilfunknetz zählt jedes eingesparte Kilobyte, wie ich unter Mobile First gezeigt habe.
Bildanpassungen – automatisiert im Medien-Widget
Jetzt kommt der Teil, der unseren Kunden das Leben leicht macht. Denn Hand aufs Herz: Niemand hat Lust, sich mit Formaten, Komprimierung und Pixelgrößen herumzuschlagen. Genau deshalb haben wir das automatisiert.
In unserem Medien-Widget lädt der Kunde ein Bild einfach hoch – egal, ob als JPG, PNG oder direkt aus dem Handy. Im Hintergrund wird es automatisch ins richtige Format (WebP) und auf die passende Größe gebracht. Kein Nachdenken über Dateigrößen, kein separates Konvertier-Tool, kein Risiko, versehentlich ein riesiges Bild live zu stellen. Der Kunde kümmert sich um seine Inhalte, das System kümmert sich um die Technik – und die Seite bleibt schnell, auch nach dem zehnten selbst hochgeladenen Foto.
Genau dieses eine Bild aus dem Beispiel – ein 1920 Pixel breites Motorrad-Foto – ist ein Musterfall: Es steckt auf zwei Seiten gleichzeitig und bremst beide. Ein Klick, und aus dem JPG wird ein schlankes WebP. Kein Ticket, kein Entwickler, keine Wartezeit.
Das ist für mich der eigentliche Kern von guter Webentwicklung: Das Richtige soll automatisch passieren, ohne dass man Expertin sein muss. Performance darf nicht davon abhängen, ob jemand am Ende noch daran denkt, ein Bild zu optimieren.
Häufige Fragen
Was ist WebP?
WebP ist ein modernes Bildformat von Google, das speziell fürs Web entwickelt wurde. Es kombiniert die Stärken von JPG und PNG in einer Datei: Es kann Fotos verlustbehaftet und Grafiken verlustfrei komprimieren, unterstützt Transparenz und Animationen – und ist dabei bei gleicher Bildqualität deutlich kleiner als die alten Formate. Kleinere Bilddateien bedeuten kürzere Ladezeiten, und das ist einer der wichtigsten Faktoren für eine schnelle Website.
Ist WebP besser als JPG und PNG?
Für den Einsatz im Web in fast allen Fällen ja. Nach Googles offiziellen Angaben sind WebP-Bilder verlustfrei rund 26 Prozent kleiner als PNG und verlustbehaftet 25 bis 34 Prozent kleiner als JPG bei gleicher Qualität. In der Praxis, wenn man Bilder zusätzlich auf die richtige Größe bringt, sind Einsparungen von 70 bis 90 Prozent pro Bild üblich. Weniger Datenmenge heißt: schnellere Seite, besseres Ranking, geringerer Datenverbrauch beim Besucher.
Wird WebP von allen Browsern unterstützt?
Ja, praktisch von allen modernen Browsern. Chrome, Firefox, Edge und Opera unterstützen WebP seit Jahren, Apple hat mit Safari 14 im Jahr 2020 nachgezogen. Damit werden heute über 95 Prozent aller Website-Besucher problemlos erreicht. Ein Grund, WebP nicht einzusetzen, besteht praktisch nicht mehr.
Wie kann ich meine Bilder in WebP umwandeln?
Es gibt Tools und Skripte, um einzelne Bilder umzuwandeln. Bei den Websites, die wir betreuen, passiert das jedoch automatisch: In unserem Medien-Widget laden Kunden ein Bild in beliebigem Format hoch, und es wird im Hintergrund automatisch ins richtige Format und die passende Größe gebracht. Man muss sich also weder mit Formaten noch mit Komprimierung beschäftigen – die Seite bleibt trotzdem schnell.
Sie wissen nicht, wie schwer Ihre Bilder Ihre Seite machen? Schreiben Sie mir an info@webentwickler.io – im kostenlosen Audit sehen Sie schwarz auf weiß, wie viel Ladezeit in Ihren Bildern steckt.